2016

30 Jahre Aufbruch-Umbruch Kaufbeuren – mit dem Traumschiff rund um die Welt  

 

Eigentlich wollten die Verantwortlichen dieses Jubiläum gemeinsam auf einer Kreuzfahrt feiern. Sie beauftragten deshalb ihren Azubi, die Karten online im Internet zu bestellen. Im jugendlichen Unverstand kaufte dieser jedoch anstelle der Tickets gleich ein ganzes Kreuzfahrtschiff. Und so kam es dann, dass am heimischen Bärensee ein nicht mehr ganz neues Traumschiff eintraf. Eiligst wurde  ein Kapitän engagiert, der allerdings nur die Erfahrung als Kapitän in der Fußball-A-Jugend vorweisen konnte.

 

Dies war der Auftakt als Filmsequenz für die sechs Vorstellungen 2016 im Stadtsaal Kaufbeuren. Das 4-köpfige Regieteam hatte sich diese Geschichte einfallen lassen und entwickelte daraus eine Faschings-Show, die sich wie ein roter Faden ohne Unterbrechungen durch den ganzen Abend zog.

Ein neues Konzept, wie ein Musical, für eine Geschichte mit Tanz, Gesang, Sketchen und Livemusik. Die Besucher äußerten sich begeistert und das Aufbruch-Umbruch Motto „Was wir wollen ist, dass jeder lacht“ wurde damit treffend und kurzweilig umgesetzt.

 

Los ging`s mit einem „Feschtakt“ einschließlich Taufe zur MS BURONIA und dem Garde-Ehrentanz der 45 Mädchen der Wertachgarde und viel Musik. Die Aufbruch-Umbruch Trommler erledigten die anstehende Reparatur mit der Overtüre zu Wilhelm-Tell und danach konnte das Traumschiff die große Fahrt über die Weltmeere beginnen. An Bord befanden sich der Kapitän, die Frau für alle Fälle Beatrix und  die ganze Familie um Hausl Richter mit seiner naiven Frau, ein Bord-Animateur Puck, der bei jeder Gelegenheit Freddie Quinn zum Besten gab, und ein Klabautermann. Dieses Team spielte die Geschichte der Schiffsreise mit viel Bravour in der Politikerschelten, Lokales, Heiteres und auch Nachdenkliches gekonnt und passend verpackt war. Höhepunkte waren die Solos von Haus´l Richter und die Sketche mit Ehefrau Susanne.

 

Die große Reise, begleitet mit passender Livemusik der Radlerband, ging über die Wertach zum Rhein, die Loreley grüßte von ihrem Felsen herab, bis ins nebelige Hamburg und dann durch den rauen Atlantik bis nach Afrika. Beim Landgang im schwarzen Kontinent überraschte die Wertachgarde mit einem großartigen Showtanz und drei lebensgroßen Giraffen in tollen Kostümen. Donner und Gewitter und eine Geisterstunde begleitete die Weiterfahrt bis nach Griechenland. Dort trank man reichlich Wein von Mykonos und feierte zusammen mit Dance Soulution ausgelassen beim Syrtaki.

Bella Italia war das nächste Ziel und die Radlerband unterhielt dabei gekonnt mit „Carbonara“. Dann Alarm – in einer Seenotrettungsübung begeisterte Anam Cara mit einer tollen Akrobatikeinlage. Und bei der Rückfahrt – Achtung Piraten an Bord – die Buron Dream Boys entern die MS Buronia auf ihre Weise.

 

Zurück im Heimathafen - Aufbruch-Umbruch und die 150 Mitwirkenden feierten stolz das 30jährige Bestehen beim Kapitänsdinner mit einer „lebenden“ Torte und einem großen Finale. Stehende Besucher belohnten das Team mit lang anhaltendem Applaus für einen höchst gelungenen Abend.                       

 

 

Burongaudi  –  Heiße Maskerade im eisigen Wind 

 

Auch wenn so manchem Narren fast die Finger abgefroren sind – die 27 Gruppen der Burongaudi ließen sich nicht von kräftigem Wind und Schnee aufhalten. Auch in diesem Jahr fand dieser, 2014 ins Leben gerufene, Straßenfasching bei der Weiberfasnacht „am lumpigen Donnerstag“ in Kaufbeuren statt.  

 

Die Kaufbeurer können Fasching und die teilnehmenden Gruppen sparten nichts aus, um das närrische Volk zu begeistern. Mit bunten Kostümen trotzten sie am späten Nachmittag dem eisigen Flockenwirbel und marschierten quer durch die Kaufbeurer Altstadt. Begleitet von kräftigen „Muhagl“-Rufen der vielen Zuschauer, die teils dicht gedrängt den Umzug verfolgten. Die Themenpalette war so bunt und vielfältig wie die Verkleidungen und für die Obrigkeit gab es allerlei Tipps für die Stadtentwicklung. Angeführt von der traditionsreichen Bimmelbahn neben den Faschingsvereinigungen aus der Wertachstadt und dem Umland, die mit Garden, Prinzenpaar oder auch einem Wikingerschiff durch die Straßen zogen, sorgten etliche Musikgruppen für Unterhaltung und Spaß. Reißenden Absatz fanden die druckfrischen Exemplare des Knallgäuers der Allgäuer Zeitung. Zurück von der Staatskanzlei in München begeisterten die „Breitenbrunner Dorfbachfurzer“ mit ihrer Guggenmusik die Narren auf den Straßen und zum Abschluss im alten historischen Sitzungssaal in Kaufbeurens Rathaus.    

Verfasser:  Hans Schwangart