Es war einmal…

Aufbruch-Umbruch, Kaufbeurer Fasching e.V.

Kaufbeurer Faschings-Veranstaltungen sind vom Jahr 1815 überliefert. Seitdem haben sich Bürger mit unterschiedlichem Erfolg bemüht, diese Tradition zu pflegen. Aber in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ließ sich mit dem Reizwort „Fasching“ nichts mehr verbinden.

Erst 1986 trat eine neue Idee in die Kaufbeurer Öffentlichkeit, um diese Faschings-Unlust zu beleben. Das Konzept war originell, denn es forderte ein Zusammenwirken Kaufbeurer Vereine. Und dieses Konzept war erfolgreich, weil es eben Vereine zusammenführte, die ihren eifersüchtigen Selbstbezug vergessen machten und ihn einem gemeinsamen Ziel zuführten: „Aufbruch-Umbruch“.

Kurz darauf war diese Veranstaltung im Kaufbeurer Stadtsaal eine Marginale im Bewußtsein der Kaufbeurer Bürger. Sie scheuten sich nicht, in einer Januar-Nacht in langer Schlange vor dem Stadtsaal zu stehen, um die begehrten Karten zu kaufen.

Worauf freuten sie sich? Vermutlich auf eine verschworene Gemeinschaft, die für alle offen  war, also jedem Talent in dieser Kleinstadt die Bühne des Stadtsaales öffnete. Und sie freuten sich natürlich an dem kritischen Blick auf ihre Stadt und einem entwaffnenden Humor, der ihnen den Begriff „Heimatliebe“ womöglich auf etwas anspruchsvolle Art spürbar machte. Vermutlich haben solche Überlegungen dazu geführt, daß „Aufbruch-Umbruch“ im Jahr 2004 den Kulturpreis der Stadt Kaufbeuren erhalten hat. Daran hat sich nichts geändert. „Aufbruch-Umbruch“ steht jedem Bürger der Stadt Kaufbeuren offen. Er muß nur die Idee oder den Mut haben, seine Probleme mit Stadt und Umland auf der Bühne des Kaufbeurer Stadtsaales öffentlich zu machen. Ohne Sorge auf  die Art der Umstände. Denn die Regie von „Aufbruch-Umbruch“ regelt und macht alles möglich.